16. November 11

Dem putz ich nicht die Zähne

Eine gute Freundin ist Dentalhygienikerin in der Schweiz.
Mit eigener Praxis. Sie sorgt dafür, dass die Mundhygiene stimmt, übt mit den Patienten das richtige Putzen der Zähne, den Gebrauch von Zahnseide und klärt darüber auf, wie es gelingen kann, Zahnfleischtransplantationen zu vermeiden und die eigenen Zähne bis ins hohe Alter zu behalten.
Nicht immer ein appetitlicher Anblick, was sich ihr da bietet.
Eines Tages war da wieder so ein Patient, dem sie dringend empfahl, mehr für seine Mundhygiene zu tun, regelmäßig die Zahnseide zu benutzen und Fluor-Gel zu verwenden.
„ Diese Tipps habe ich schon fünf Mal gehört“ beschied er ihr. „Das hilft doch alles nichts. Ich werde das auch dieses Mal nicht tun. Ich will, dass Sie mir die Zähne putzen.“

Das wollte sie aber nicht. „Weil ich es mir wert bin“ dachte sie sich und wies ihm freundlich, aber bestimmt zur Tür. Ihre Patienten lieben sie für ihre Fachkompetenz, ihr Freundlichkeit und Zuverlässigkeit, aber auch für ihre Deutlichkeit und Konsequenz.

Ihre Dr. Cornelia Topf

12. November 11

Dein Job - was bringt der schon?

 In einem Seminar zum Thema "Selbst-PR" erzählt eine Teilnehmerin, sie sei als Kunsttherapeutin in einem speziellen Rehabilitationszentrum tätig.

Ihre Kollegen und Kolleginnen sind überwiegend Animateure.

Die nehmen sie nicht wirklich ernst oder andersrum: Sie fühlt sich mit ihrem therapeutischen Beruf als reine Animateurin und Unterhaltungskünstlerin völlig falsch eingeschätzt und verkannt.

Wir diskutieren im Seminar verschiedene Möglichkeiten, sich selbst mit seinen Fähigkeiten und Stärken öffentlichkeitswirksam darzustellen. Was sind diese Stärken, welche „Bühnen“ gibt es und wie bespiele ich diese Bühnen?

Da erzählt sie, sie habe einst eine interne Weiterbildung angeboten: „Wie kann ich Patienten mit der Kunsttherapie animieren?“  Geschickt beide Begriffe, nämliche "Kunsttherapie" und  "Animation" in einen einzigen Titel verpackt. Viele kamen. Medizinisches Personal, Pflegepersonal, Küchenpersonal, Verwaltungsangestellte. Seitdem wissen alle, dass Kunsttherapie kein „Rumgemale“ oder Zeitvertreib ist, sondern seriöse Arbeit und wirksame Therapie. So  hat sie schnell und nachhaltig ihr Problem gelöst. Nie wieder hat man sie und ihre Arbeit nicht ernst genommen.

Mit höchst erfreuten Grüßen

Ihre Dr. Cornelia Topf

 

 

06. November 11

Den Job hol ich mir

Zaghaft klingt die Stimme am Telefon. “Ich hätte da mal eine Frage. Ich würde mich gerne auf eine Stelle bewerben. Wäre ein Termin bei Ihnen möglich und was würde das kosten?“ Wir verabreden einen Termin und die Klientin stellt fest, dass das eigentliche Thema nicht die Bewerbung, sondern ihr Selbstbewusstsein ist.

 „In dieser Sitzung will ich mich auf meine Bewerbung vorbereiten“ nennt mir eine andere Coaching-Klientin ihr Ziel für die heutige Sitzung. „Eigentlich erfülle ich ja die Voraussetzungen nicht – aber das werden die anderen wahrscheinlich auch nicht. Außerdem haben sich nur 10 Personen beworben, das sollte doch zu schaffen sein. Und überhaupt: soviel Fachkenntniswie in ich diesem Bereich habe – dass muss erst mal jemand mitbringen. Außerdem: Da bewerben sich sowieso kaum Frauen. Wo doch heute der Genderaspekt fast immer eine Rolle spielt: Da hab ich exzellente Chancen.“

Mir bleibt die Spucke weg. Soviel Selbstbewusstsein und strategische Vorbereitung sind selten. Sie konnte detailliert sagen, was für und was gegen sie spricht und hat sich mit mir intensiv auf mögliche Fragen zu ihren vermuteten Schwachpunkten vorbereitet, ihr Netzwerk genutzt („Ich kenn´ dort eine von früher, die hat mir ein paar Infos gesteckt.“)

Wie so oft, spielen das Außen und das Innen eine Rolle – welche Formalien muss ich erfüllen, welche Infos beschaffen, wie gestalte ich das Anschreiben, passt das Foto zur ausgeschriebenen Stelle, wie sind meine Gehaltsvorstellungen… und: wie sorge ich gut für meine Verfassung, was stärkt mich und macht mich zuversichtlich, wer oder was unterstützt mich, was brauche ich für meine Ausstrahlung….

Und dann spielen innen und außen Ping-Pong: Das eine färbt auf das andere ab, unterstützt es und die Bälle fliegen hin und her. Und das schöne dabei ist außerdem: Es ist (fast) egal, ob man innen oder außen anfängt. Wo fangen Sie an?

Übrignes: Das könnte Ihnen bei der Vorbereitung auf eine neue Stelle helfen: Gehaltsverhandlungen für freche Frauen

Mit strahlenden Grüßen

Ihre Dr. Cornelia Topf

30. Oktober 11

Nein, das möchte ich jetzt nicht

„Nein, das möchte ich jetzt nicht“ war die Sprachregelung mit meinem Sohn von der Spätpubertät bis ins junge Erwachsenenalter. Freundlich, deutlich, bestimmt, respekt- und humorvoll. Es konnte sich um eine angebotene Speise, die Bitte, sich doch jetzt um die Hausaufgaben zu kümmern oder um etwas ganz anderes handeln.
Er lernte dabei, seine Grenzen zu markieren und ich, sie zu respektieren. Meistens hat es geklappt und wir hatten obendrein noch Spaß dabei. Es ließ die Option offen, später ebenso selbstverständlich eine andere Entscheidung zu treffen.

Früh übt sich, wer auch als Erwachsene/r beim Ablehnen von Bitten den richtigen Ton zwischen Entschiedenheit und Freundlichkeit treffen will. Insbesondere für Frauen oft nicht ganz einfach. Die Überlegung „Was denkt der andere dann von mir“ geht häufig vor:  „Nee, das will ich ganz bestimmt nicht“. 

Weiterbildung in einer Gruppe mit 10 Männern, ich die einzige Frau.
Es geht ans praktische Üben und Umsetzen der Theorie. Die Ergebnisse sind schriftlich zu dokumentieren. Wer schreibt? Der Kursleiter stellt die typische Frage: „Wer hat die schönste Schrift?“
11 Augenpaare sehen mich an, der Schreibblock wird mir auffordernd entgegengestreckt.
Kennen Sie das Schwanken zwischen: „Na, klar, was ist schon dabei. Einer muss es ja machen. Brech´ ich mir doch keinen bei ab. Ist doch ganz easy. Sei doch nicht so kleinlich“  und:   „Nein. Das habt ihr euch so gedacht. Nicht schon wieder. Ich lass mich nicht aufs Notieren reduzieren. Ich will die eigentliche Übung machen, nicht das Dokumentieren."

Ich habe mich dann mit einem Salto rückwärts  aus der Affaire gezogen: "Bei soo vielen Männern wird das doch sicher gern einer für mich übernehmen..." Und so war es dann auch.

Wie hätten Sie reagiert? „Nein, das möchte ich jetzt nicht“ und lächeln? Schließlich ist auch das eine Machtfrage.

Ihre Dr. Cornelia Topf

26. Oktober 11

Authentizität – das moderne Hätschelkind oder: Bin ich nur eine oder doch viele?

Fragt man Frauen, wie sie wirken wollen, wird oft „authentisch“ ganz weit vorne genannt.

Das Übereinstimmen von Fühlen-Denken-Sagen-Tun, da wo wir ganz bei uns sind, echt, unverfälscht, in unserer Mitte…. Und aus dieser und nur aus dieser heraus, so die Annahme, wirken und fühlen wir uns dann sicher und souverän, überzeugend und echt. Ich bin sicher: Authentizität ist kein unverrückbarer, starrer Punkt. Sie ist sozusagen elastisch. Wir haben mehrere Authentizitäten, je nach der Rolle, die wir gerade spielen..

Wie oft aber, nur mal so angenommen, spielt mir das Leben kleine bis große Streiche: schlecht geschlafen, Albtraum: Die Tochter hat mein Auto zu Schrott gefahren. Morgens fährt der Server nicht hoch, der Taxifahrer findet meine Adresse nicht und hat deutliche Verspätung, flucht in übelster Fäkalsprache. Auf den fast schon fahrenden Zug aufspringen, zum Akquisitionstermin. Da ist es fast schon Mittag, immer noch nicht gefrühstückt, aber der Speisewagen ist heute leider nicht gefunden worden und hat deshalb auch nicht  gemeinsam mit dem Rest des Zuges die Reise antreten können, wenigstens einen Kaffee vom durchzockelnden Wägelchen. Peng, brauner Fleck auf weißer Bluse.

Nicht optimal, die Verfassung der Verfasserin.

Ich fühle: Hunger, Müdigkeit, leichte Verzweiflung

Ich denke: Wenn jetzt hier noch die Heizung ausfällt, rastest du aus. Ich will heim ins warme Bett.

Ich sage (zu mir):Es könnte schlimmer kommen, wenigstens ist es warm und trocken

Ich tue: Autogenes Training, dösen, abschlaffen.

Dann der Auftritt beim Kunden, wenig später. Eine ganz andere Art der Authentizität, die  professionelle.

Ich fühle:  Freude, dass ich mich und meine Fähigkeiten hier präsentieren kann, aber vor allem immer noch Hunger und Müdigkeit, leichten Ärger, Kälte.

Ich denke: Na, diese Gesprächspartner überzeug´ ich doch von mir, aber auch:   Der Fleck auf der Bluse wird mir hier hoffentlich nicht das Genick, brechen. Was zu essen wäre nicht schlecht.

Ich sage: Dank für die Einladung, es ist mir ein Vergnügen

Ich tue: lächeln, wippender Gang, kräftiger Händedruck. 

Jetzt sagen Sie mir: Was davon ist authentisch und was nicht?

Darf man sich so oder muss sich sogar so verhalten? Ist der Wechsel der Denkrichtung und das willentliche Beeinflussen von Gefühlen nicht vielmehr eine gute Übung für Rollenflexibilität und psychische Gesundheit? Und was hätten Sie in einer solchen Situation mit Ihrer Authentizität angefangen?

Ihre authentische Cornelia Topf

 

 

 

22. Oktober 11

Unangenehme Nachrichten überbringen


Machen Sie das eigentlich so richtig gerne? Einer Kollegin oder Mitarbeiterin sagen, dass sie Körpergeruch hat? Einen Kollegen darauf ansprechen, dass er seinen Gesprächspartnern immer zu dicht auf die Pelle rückt und ihn das unerträglich unsympathisch macht?


Oder sind sie eher jemand, der denkt oder sagt: "So etwas spricht man doch nicht an." Lieber schenke ich ein Deo als Wink mit dem Zaunpfahl oder weiche dem Kollegen aus, ehe ich mich in eine derart fettnapf-gefährdete Situation begebe.
Was hält und davon ab, wertschätzend und vorsichtig unsere Kommunikationsfähigkeit und unseren Mut gerade in solchen Situationen zu erproben?
Wo doch gerade Menschen, die das können und sich trauen, höchsten Respekt genießen und uns enorme Freiräume verschafft. Und uns imbesten Falle der oder die Angesprochene auch noch dankbar für den Hinweis ist.

So sprach ich kürzlich eine Bekannte darauf hin an, dass sie mein und dein nicht unterscheiden kann und Dinge an sich nimmt, die ihr eindeutig nicht gehören. Erst war es uns beiden ein wenig unangenehm. Später dann hat sie sich überschwänglich bedankt, weil es jetzt endlich ausgesprochen ist und damit der Umgang miteinander viel unkomplizierter geworden ist. Lesen Sie mehr dazu unter http://blog.metatalk-training.de/

Ihre Dr. Cornelia Topf

 

20. Oktober 11

Führung - oder lieber doch nicht?

"Wir müssen die Frauen oft regelrecht zwingen, in Führungspositionen zu gehen" wird Nicola Leibinger-Kammüller heute in der SZ zitiert.

Im vergangenen Geschäftsjahr legte das Unternehmen um 51 Prozent zu und steigerte seinen Umsatz um 683 Millionen Euro auf 2,024 Milliarden Euro. Dies gab die Vorsitzende der Geschäftsführung der Trumpf GmbH + Co. KG, Dr. Nicola Leibinger-Kammüller, heute auch noch bei der Jahrespressekonferenz des Werkzeugmaschinen- und Laser-Spezialisten bekannt.


Nun mögen ja Werkzeugmaschinen nicht jederfau´s Sache sein.
Aber ähnliche Beobachtungen mache ich gelegentlich auch in ganz anderen Branchen und Bereichen. "Ich wollte nie Führungskraft werden, aber bei uns suchen sie jetzt so dringend Führungsfrauen, man hat mich regelrecht genötigt", erzählt mir eine im Seminar.


Mehrere andere sagen im Coaching: " Ich weiß wirklich nicht, ob ich die nächst höhere Führungsposition anstreben soll. Ich habe schon jetzt fast nichts mehr mit dem Tagesgeschäft zu tun, das mir immer so viel Spaß gemacht hat. Nur noch drüberschweben und delegieren - ich glaube, das will ich auf Dauer nicht."


Kennen Sie das von sich selbst auch? Oder kennen Sie eine Frau, der es ähnlich geht? Wie muss Führung beschaffen, wie Unternehmen und Arbeit strukturiert sein, damit sie für Frauen attraktiver wird?
Ich bin neugierig!


Ihre Dr. Cornelia Topf

16. Oktober 11

Der Chef - ein Narziss

Wie geht man eigentlich mit einem eitlen, narzisstischen Chef um?


Diese Frage bewegte viele Teilnehmerinnen in einem meiner letzten Seminare. Was mich zunächst erstaunte, war weniger, dass dieses Thema überhaupt zur Sprache kam, als dass so viele Frauen - sie kamen alle aus unterschiedlichen Unternehmen - plötzlich riefen: "Ja, ja, so einen hab ich auch."

Na, dann schmeicheln wir doch seiner Eitelkeit. Leistungen, Ideen, Großtaten anerkennen.

Auch Chefs, nicht nur narzisstische, brauchen positive Rückmeldung.  Und bei allem, was Sie tun, an seinen Nutzen denken: Was hat er davon, wenn er Ihrem Vorschlag zustimmt, was hilft es ihm, wenn er Ihrem Wunsch entgegen kommt, wie kann Ihr Glanz auf ihn abfärben? Damit sollten Sie ihn fast schon eingewickelt haben.

Sie haben eine noch bessere Idee? Dann teilen Sie sie mit uns.



Herzlichst Ihre
Dr. Cornelia Topf

12. Oktober 11

Immer wieder: In den Spiegel gucken

 

Kürzlich im Seminar - ein Telefontraining für Menschen, die zum Teil schon 20 Jahre (!) an der Hotline, im Servicezentrum oder im Support telefonieren.
Immer mal wieder wird von den Anrufern mangelnde Freundlichkeit Einzelner beklagt. Viele aufgeschlossene Teilnehmer, aber auch einer, der sagt: "Ich sehe nicht ein, dass ich was ändern soll. Das hieße ja, ich hätte die ganze Zeit was falsch gemacht." Sprach´s, verschränkte die Arme und lehnte sich zurück.

Heißt es das wirklich? Stillstand ist Rückschritt sagte man früher - heute wissen wir, dass Umkehr - siehe Atomausstieg und ähnliches - durchaus auch Fortschritt sein kann.

In manchen Bereichen kann also ein eventueller Rückschritt durchaus Fortschritt bedeuten. Jedoch wir sollen alle immer bereit sein, das eigene Verhalten selbst zu überprüfen oder überprüfen zu lassen, in den Spiegel zu schauen oder ihn sich vorhalten zu lassen. Bestenfalls kommen wir tatsächlich zu dem Ergebnis , dass alles OK ist und wir gar nichts zu ändern brauchen. Wer jedoch nicht bereit ist, diesen regelmässigen Selbst-Check zu machen, sollte sich nicht wundern, wenn er auf dem Abstellgleis landet, angefeindet wird, als "unemployable" gilt und freigesetzt wird.
 

 

 

 

 

 

06. Oktober 11

Jetzt oder gleich oder später?

"Sofort zuschlagen oder sich am Riemen reißen"? fragt Sebastian Herrmann heute in der SZ unter dem Titel:"Her mit den Süßigkeiten".

Die Fähigkeit zu Selbstkontrolle - also seine Wünsche nicht sofort in die Tat umsetzen zu wollen und zu müssen, sondern warten zu können, um später eine größere Belohnung zu erhalten - sie wird schon im Kindesalter angelegt und bleibt im Laufe des Lebens recht stabil.

Legte man Männern Bilder schöner Frauen vor und stellte sie vor die Entscheidung: 15 - 35 Dollar bar auf die Hand oder in ein paar Wochen 50 - 75 Dollar?  Na, was glauben Sie, wie sich die  Merhheit der Männer verhält?

Wir haben es doch immer schon gewusst: "Der Anblick schöner Frauen reißt bei Männern mehrheitlich große Lücken in die Sperranlagen der Impulskontrolle - sie nahmen das schnelle Geld," resümiert Sebastian Herrmann.

Wer vorschnell zugreift, vergibt oft die Chance auf einen größeren Gewinn, wer als Kind nicht gelernt hat, vorübergehend zu verzichten, lernt es auch als Erwachsener nicht mehr, wer sich immer alle (materiellen) Wünsche sofort erfüllen muss, dem fehlen möglicherweise für eine größere Anschaffung die Ersparnisse... Wenn es also gelingt, Kinder zum (vorübergehenden) Verzicht zu motivieren, tut ihnen damit womöglich einen lebenslangen Gefallen und legt schon früh Spuren zu einem gelingenden Leben.

Ihre 

Dr. Cornelia Topf

Erfolgsreise



Dr. Cornelia Topf ist internationale Trainerin, zertifizierter Coach, Bestseller-Autorin und Key-Note-Speakerin, Mediatorin und Mutter von 2 erwachsenen Kindern. Sie lebt in Augsburg und in Kärnten. Sie unterstützt leidenschaftlich, humorvoll und begeistert Menschen auf ihrem ganz individuellen Weg zum Erfolg.